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Vor diesen Herausforderungen steht der stationäre Handel


Der stationäre Handel steht vor großen Herausforderungen: Laut der IFH-Studie „Stadt, Land, Handel 2020“ ist fast jedes 10. Ladengeschäft von der Schließung bedroht. In den kommenden fünf Jahren rechnen 24 Prozent der Händler mit einem Rückgang des Umsatzanteils dieses Kanals (IHK-ibi-Handelsstudie). Der Online-Handel hingegen boomt und seine Umsätze wachsen weiter. Zurecht fragt sich der stationäre Handel, wie es in Zukunft mit den Geschäften in der Innenstadt weitergehen soll.

 

Laut der Umfrage von IFH sollen nicht alle Einkaufsstraßen im gleichen Maß vom Erfolg des Online-Handels betroffen sein. Attraktive Innenstädte punkten besonders mit Ambiente, Gestaltung, Erlebnischarakter und Angebotsvielfalt. Die Digitalisierung spielt für die Belebung der Innenstädte eine besondere Rolle. In einigen Städten haben sich die stationären Händler zu lokalen Online-Marktplätzen zusammengeschlossen (z. B. die Online City Wuppertal), um sich und ihre Angebote online zu präsentieren.

 

Die wichtigsten Herausforderungen

Die digitale Revolution spielt eine große Rolle in der Handelsbranche. Die Umsätze des Online-Handels wachsen weiter an. Stationäre Händler hingegen verlieren Kunden an den Online-Handel, vor allem an die großen globalen Online-Plattformen wie Amazon. Außerdem sind die Kunden anspruchsvoller geworden, ihre Erwartungen an den Handel haben sich verändert. Der Kunde wünscht sich die Lieferung bis vor die Haustür, lange Öffnungszeiten und einen besonderen Service mit Online-Kontaktformularen, Chats usw. Dennoch geht aus der IHK-ibi-Handelsstudie hervor, dass der stationäre Vertriebsweg auch zukünftig der wichtigste Kanal bleibt, jedoch im zunehmenden Maße in Verbindung mit anderen Kanälen. Die Mehrheit der stationären Händler empfindet die Digitalisierung und das gleichzeitige online und offline Anbieten ihrer Ware aber als eine große Herausforderung.

 

Was macht den Onlinehandel so erfolgreich?

Online-HandelDer Online-Handel wächst von Jahr zu Jahr und erwirtschaftet hohe Umsätze. Das wird auch aus der Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandels e.V. deutlich, demnach sind im Jahr 2017 über 58 Mrd. Euro Bruttoumsatz in Waren erwirtschaftet worden. Das ist ein Wachstum von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass die Multichannel-Händler 2017 besonders erfolgreich waren.


Die Konsumenten sehen viele Vorteile darin, online einzukaufen. Laut der IFH shoppen 73 Prozent der Internetnutzer online. Eine Studie der Bitkom Research gibt noch genauere Daten und besagt, dass 4 Prozent täglich online einkaufen und jeweils 14 Prozent einmal oder mehrmals pro Woche online shoppen. Auch das Alter der Käufer ist ein wichtiger Punkt, denn bei den Jüngeren ist das Shoppen online besonders beliebt.


Ein großer Punkt, den Käufer beim Onlinehandel als vorteilhaft empfinden, ist die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten und die Lieferung nach Hause. Als Grund wird Zeitmangel und Bequemlichkeit genannt. Kundenbewertungen sind dem potenziellen Käufer ebenfalls sehr wichtig und einer der wichtigsten Entscheidungskriterien um den Kauf zu tätigen. Bewertungen bieten nicht nur den Käufern Hilfe beim Kauf, sondern helfen den Händlern dabei sich von der Konkurrenz abzuheben und das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Das große Angebot an Produkten im Internet ist auch einer der Gründe, wieso der Onlinehandel oft bevorzugt wird.

 

Dabei ist der Mix aus verschiedenen Absatzwegen sehr beliebt und bietet dem stationären Handel große Chancen auch vom Online-Wachstum zu profitieren.

 

Gemeinsam für eine lebendigere Innenstadt

Der Einzelhandel spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Belebung der Innenstädte geht. Voraussetzung für eine attraktive und funktionierende Innenstadt ist die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Handel. Das City- und Stadtmarketing ist demnach eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Handel sowie anderen Akteuren und der Stadtverwaltung. Zusammen sollte an der Lebendigkeit und der Attraktivität der Innenstadt gearbeitet werden, indem konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

 

Fazit

Informiert der stationäre Handel online mindestens über seine Angebote, bleibt er wettbewerbsfähig - noch besser wäre es, wenn er den Onlinekauf anbietet. Ein einfacher Onlineauftritt, der responsive, für Suchmaschinen optimiert ist und die lokale Suche unterstützt, ist eine wichtige Voraussetzung. Des Weiteren sollte der Service verbessert werden, denn dieser stärkt die Kundenbindung. Click & Collect wird im deutschen Markt immer beliebter. Käufer haben so die Möglichkeit, die Ware unverbindlich zu bestellen und danach im Geschäft abzuholen. Der Omni-Channel-Service verspricht viel Potenzial, denn er steigert nicht nur den Umsatz, er bietet auch einen Mehrwert für den Kunden. Der Onlinehandel sollte nicht mehr als Konkurrenz wahrgenommen werden, sondern eher als ein Bestandteil des eigenen Konzepts.


Darüber hinaus muss der stationäre Händler nicht für sich alleine kämpfen - die Zusammenarbeit der Händler in einer Stadt mit sowohl dem City- und Stadtmarketing als auch der Stadtverwaltung ist einer der wichtigsten Voraussetzungen. Denn durch die Zusammenarbeit können neue Konzepte und Maßnahmen umgesetzt werden, die die Innenstadt sowohl als einen realen als auch digitalen Erlebnisraum gestalten und so die Standorte attraktiver und lebendiger machen.

 

Dieser Blogartikel ist Teil des E-Books "Die Herausforderungen des stationären Handels". Das ganze E-Book erhalten Sie hier:DOWNLOAD E-BOOK